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Angeschossene Taube
Angeschossene Taube

Brieftaubensport im Visier


Einhorn e.V. fürchtet aktuelle Reisesaison

Die Reisesaison der Brieftauben hat begonnen: Tierschützer erwarten die alljährliche Flut von erschöpften und verletzten Tauben, die auf der Strecke bleiben. Einhorn e.V. kritisiert diesen Brieftauben-„Sport“.

„In unserem Garten sitzt eine beringte Taube und fliegt nicht mehr weg. Das Tier ist verletzt, kommen Sie die Taube abholen?“ So oder ähnlich lauten die Notrufe, die derzeit regelmäßig bei Einhorn e.V. und vielen anderen Tierschutzvereinen in Deutschland eingehen. Denn in der Reisesaison von Mai bis September stranden immer wieder erschöpfte und verletzte Brieftauben in den Städten und Gemeinden. Wenn die Tauben Glück haben, nehmen sich tierliebende Bürger ihrer an. Viele sterben aber auch fern ab von der Zivilisation.

Die Bezeichnung „Brieftaube“ ist mittlerweile überholt, da Tauben heute keine Nachrichten mehr transportieren, sondern als Sportgeräte zu Wettflügen missbraucht werden. Die Wettflüge über Strecken von bis zu 1000 Kilometern mit einer mittleren Fluggeschwindigkeit von 80km/h übersteigen die Kräfte der Tiere. Die Verluste bei Wettflügen können bis zu 30% betragen. Bei rund 65.000 Brieftaubenzüchtern in Deutschland mit insgesamt etwa zehn Millionen Tauben bedeutet das: Hunderttausende von Tauben gehen jährlich elendig zugrunde oder stranden in den Städten und verbleiben dort. Tauben, die zurückkehren, aber diese extremen Leistungen nicht erbracht haben, werden in der Regel getötet. Ausnahmen bilden hier „bewährte“ Tauben, die bereits Preise geflogen haben. Aber gerade die Tauben der ersten Generation, sprich die Jungtauben, erwartet bei schlechter Leistung keine Gnade, sondern der Tod.

„Brieftaubensport wird noch immer als traditionelles, nettes Hobby verharmlost. In Wirklichkeit hat sich ein riesiger Wirtschaftszweig gebildet und es handelt sich um gewinn- und prestigebringende Tierquälerei“, so Karen Schönbrodt von Einhorn e.V., „Die ‚Rennpferde des kleinen Mannes“ bringen den organisierten Haltern und Züchtern Auszeichnungen und Geldpreise, fünfstellige Beträge sind dabei keine Seltenheit“.

Eine aktuelle, bundesweite Umfrage bei praktisch arbeitenden Tierschutzvereinen ergab, dass das Gros der Züchter kein Interesse an der Rücknahme seiner aufgefundener Tiere hat. Nur selten holen Züchter ihre Tiere ab, obwohl sie als Tierhalter dazu verpflichtet sind. So kümmern sich – auch vor dem Hintergrund, dass den geretteten Brieftauben im Heimatschlag erfahrungsgemäß der Hals umgedreht wird – meist Bürger und Tierschützer um die Tiere.

Problematisch bleibt die Unterbringung der Tauben, da die Aufnahmekapazitäten für Tauben in Tierheimen und bei Privatpersonen oft ausgelastet sind. Hier kann langfristig nur ein gesetzliches Verbot des Brieftaubensports Abhilfe schaffen.

Einhorn e.V. fordert daher die Offenlegung und behördliche Kontrolle der Vorgänge innerhalb des Brieftaubensports, die Einhaltung des Tierschutzgesetzes und entsprechende Kontrollen. Das unter Strafe stehende Aussetzen von Haustieren und das Töten ohne vernünftigen Grund müsse auch für Brieftauben gelten.




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Über Karen Schönbrodt

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6 Kommentare

  1. Das auf den Bild ist doch keine Brieftaube!
    Ich finde Taubensport eigentlich nicht schlimm, außer Bacelona Rennen und die Übernachtungs-Flüge, wo die Tiere erst nachmittags fliegen gelassen werden und dann Abends hungrig auf den Dächern sitzen.
    Ich habe auch mal einen Bekannten meine Flugtauben mitgegeben, sind auch alle wieder gekommen, und war auch nur ein Kurzstrecken Flug.
    Eine hat sich am Brustkorb verletzt.
    Ich würde sagen die Langstrecken-Flüge und Übernachtungs Flüge sollten verboten werden, aber so die Kurzstreckenflüge z.b. (500-800km) sind in Ordnung!

  2. Die verletzte Taube oben auf dem Bild ist eine Türkentaube (Wilde Taube) und sie ist nicht angeschossen sondern das ist eine typische Verletzung vom Wanderfalke, von denen es in den letzten Jahren viel zu viel gibt!!
    Ich finde der Tauben – Sport ist sehr faszinierend. Der Text oben ist nach meiner Meinung von einem Laien geschrieben worden.

    • Ist zwar schon ein Weilchen her .. Aber an die Taube kann ich mich noch gut erinnern. War ganz klar eine Schussverletzung. Irgendwelche Idioten gibt es immer.

      Leben und leben lassen …

  3. Karen Schönbrodt

    Hab noch nie ´nen Wanderfalken mit Gewehr gesehen … Diese Verletzung stammt ganz klar von einem Gewehr, denn die Kugel war noch drin. Weiter ist der sog. Taubensport kein wirklicher Sport, da dieser etwas mit körperlicher Ertüchtigung des Menschen zu tun hat. Und was daran faszinierend sein kann, Tiere auszusetzen, bleibt dem Leser des obigen Kommentars leider verschlossen.

  4. Also ich finde der tauben sport blöd.

  5. das is keine brieftaube auf dem bild!!!!

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