{"id":519,"date":"2006-08-15T19:29:56","date_gmt":"2006-08-15T17:29:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einhornev.de\/cms\/2015\/06\/09\/die-geschichte-von-celina\/"},"modified":"2015-06-21T23:10:50","modified_gmt":"2015-06-21T21:10:50","slug":"die-geschichte-von-celina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/2006\/08\/15\/die-geschichte-von-celina\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von Celina"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Anmerkung der Autorin Tanja Leuschner:<\/strong><\/em><br \/>\n<em>&#8222;Die Geschichte von Celina, all die Geschehnisse, Personen, Namen und Orte sind fiktiv!!!! Von mir so ausgedacht und aber doch wahrscheinlich irgendwo irgendwann genauso geschehen! Ich w\u00fcrde mich sehr freuen, wenn &#8222;Celina&#8220; zum Nachdenken anregt und mit meinem Copyright weiter ver\u00f6ffentlicht wird!&#8220; \u00a9 Tanja Leuschner &#8211; <a class=\"ext\" href=\"http:\/\/www.acusihund.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">www.acusihund.de<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Celina &#8211; schwarzer Engel ohne Fl\u00fcgel<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kapitel 1, Lebens-Station 1 \u2026 bis 18. Mai 1996<\/strong><br \/>\nKurze Vorgeschichte:<br \/>\nEin kleines Dorf in Hessen. Hier lebten 1996 Familie Jacobi und Familie Schmidt. Der blonde Labrador der Schmidts deckte die schwarze Staffordshire Terrier-H\u00fcndin der Jacobis. Man nahm dies eher gelassen zur Kenntnis. Es war ja schliesslich nicht verboten. Eine der daraus entstandenen Hunde war Celina.<\/p>\n<p>Celina hatte rabenschwarzes, kurzes Samt-Fell und war gut bemuskelt \u2026mit einem breiten Grinsen um die Hundeschnauze und Knick\u00f6hrchen, liebevolle Sorgenfalten zwischen den grossen rehbraunen Hundeaugen\u2026 Celina wurde im Fr\u00fchjahr 1996 als Staffordshire (-Mix) geboren.<\/p>\n<p>Mit knapp 8 Wochen zog sie zu Familie Maurer: Das Ehepaar Horst und Maria Maurer, sowie deren 15j\u00e4hrige Tochter Maren. Die Jacobis hatten bis dahin alles \u201ef\u00fcr ihre Welpen getan\u201c, doch mit dem Auszug der kleinen Hunde legten sie auch s\u00e4mtliche Verantwortung f\u00fcr das weitere Leben der wachsenden Welpen, IHRER WELPEN, ab.<\/p>\n<p>Einmalig aus Versehen zu Hobbyz\u00fcchtern geworden, sahen sie ihre M\u00f6glichkeiten damit als bestens erledigt an.<\/p>\n<p><strong>Kapitel 2, Lebens-Station 2 &#8211; Mai 1996 \u2013 Januar 1998<\/strong><br \/>\nWelpe Celina bei Familie Maurer<br \/>\nDie Sonne wirft auch erste Schatten<br \/>\nCelina wuselte durch das Haus und dem aufregenden grossen Garten der Maurers. Im hinteren Teil des Gartens war eine Ecke abgeteilt, wo Celina auch mal herzhaft buddeln und sich l\u00f6sen durfte.<\/p>\n<p>Celina lernte schnell, dass genau dieses eben auch nur genau dort erw\u00fcnscht war. Horst Maurer fuhr schon morgens um 5 Uhr weg zur Arbeit und kam nie vor f\u00fcnf Uhr abends wieder. Meist sogar noch sp\u00e4ter. Anfangs spielte er dann noch mit Celina, doch bald war er dazu zu kaputt.<\/p>\n<p>Maren Maurer besuchte die 10. Klasse der Realschule. Bevor sie zur Schule aufbrach, joggte sie eine kleine Runde mit Celina. Wenn Maren dann zur Schule war, kam die Zeit von Hausfrau Maria Maurer und ihrem schwarzen Schatten.<\/p>\n<p>Maria genoss es, nun auch tags\u00fcber etwas Lebendiges um sich zu haben und sprach den ganzen Vormittag mit freundlicher Stimme mit Celina. Celina wackelte Rute-wedelnd jeden m\u00f6glichen Schritt der freundlichen Menschen-Frau mit und lauschte aufmerksam dem melodischen Klang der Stimme.<\/p>\n<p>Maria hatte eigentlich keine grosse Lust mit Celina spazieren zu gehen und die Erziehung zu \u00fcbernehmen, das \u00fcberlie\u00df sie ihrer Tochter. Doch die Hausfrau und die H\u00fcndin genossen die intensive Zeit miteinander und Celina lernte vieles einfach nebenbei, schon bald, wenn Maria sagte \u201eIch muss jetzt staubsaugen\u201c, lief der pfiffige Welpe vor zum Wandschrank, in dem der Staubsauger stand.Und wenn Maria Maurer die K\u00fcche fegte, sa\u00df Celina aufmerksam dabei und wartete ungeduldig auf das Kommando\u201eHandfeger\u201c, den sie dann voller Freude brachte.<\/p>\n<p>Celina wollte dem Menschen, der den ganzen Tag f\u00fcr sie da war, einfach nur gefallen und sie gefiel diesem Menschen. Manchmal kam auch die Nachbarin vorbei. Oft brachte sie ihren wilden Sohn Momo mit und dieser und die H\u00fcndin Celina genossen Tobe- und Kuschelspiele.<\/p>\n<p>Celina lernte schnell mit Menschenkindern vorsichtig umzugehen und wenn es ihr genug war, ging sie einfach davon.Doch eigentlich war Celina viel zu geduldig und auch zu verspielt, um wirklich mal genug zu haben und so lie\u00df sie sich nie lange bitten, die n\u00e4chste Spielrunde einzul\u00e4uten.<\/p>\n<p>Momos Mutter und Maria Maurer beobachteten l\u00e4chelnd das Spiel des ungleichen Paares. Wenn die 15j\u00e4hrige Maren von der Schule kam, wurde erstmal mit Celina getobt.<\/p>\n<p>Noch bevor sie ihrer Mutter auch nur Guten Tag sagte.Maren nahm die vorher abgesprochene Aufgabe der Hunde-Erziehung sehr ernst und opferte einen grossen Teil ihres Taschengeldes f\u00fcr die Hundeschule im Nachbar-Ort.<\/p>\n<p>Celina war ein kleiner Star der Spielgruppe dort und lernte schnell und immer voller Begeisterung. Celina lernte problemlos Komm, Bei Fuss, Sitz, Platz, Mach Rolle, Gib Pf\u00f6tchen, Sch\u00e4m Dich, Links und Rechts.<\/p>\n<p>Und einige andere Kunst-St\u00fcckchen. Und da sie so ein begeisterter Sch\u00fcler war, lernte sie diese Befehle sowohl auf Stimme wie auch auf Sichtzeichen.<\/p>\n<p>Ebenso gab es in der Hundeschule immer wieder die M\u00f6glichkeit zum Spiel mit Artgenossen, was Celina \u00fcber alles liebte. Sie lernte ihre Kraft gem\u00e4\u00dfigt einzusetzen und damit die Hundepartner nicht zu \u00fcberrollen.<\/p>\n<p>So konnte man Celina ausgelassen mit dem Berner-Sennenhund Josh spielen und rangeln sehen und im n\u00e4chsten Moment lag sie sich kaum bewegend am Boden, um die beiden Langhaardackel-Welpen, die auf ihr herum sprangen, nicht zu verletzen. Auch au\u00dferhalb des Hundeplatzes hatten Maren und Celina viele Freunde. Beinahe t\u00e4glich gingen sie mit einem Podenco spazieren und trafen meist noch andere Hunde.<\/p>\n<p>Celina lernte vom Chihuahua bis zur Dogge alle Hunderassen kennen und stellte sich sozial und Instinkt-sicher auf diese ein. Jeder Mensch, ob klein oder gross und jeder Hund, ob klein oder gross, war begeistert, Celina unterwegs zu treffen.Diese offene Freude machte aus der wachsenden schwarzen H\u00fcndin eine sehr freundliche H\u00fcndin, deren Rute sich st\u00e4ndig vor Freude und Lebenslust wie ein Propeller im Kreis drehte.<\/p>\n<p>Niemand hier hatte Angst vor Celina oder vor der Rasse der Staffordshire Terrier. Maren bereitete ihre H\u00fcndin Celina auf die Begleithunde-Pr\u00fcfung vor.<\/p>\n<p>Auch zeigte diese bereits viel Freude an leichten Agility-\u00dcbungen und legte viel Talent in erste Versuche zur Ausbildung als Rettungshund.In ihren ersten 1 \u00bd Jahren lernte die H\u00fcndin ausschlie\u00dflich die Sonnenseiten des Lebens kennen. Celina machte Freude \u2013 und machte sich Freunde!- wo immer sie mit ihrem Teenager-Frauchen auftauchte.<\/p>\n<p>Gleichzeitig begann sich aber ab Celinas 18. Lebensmonat doch ein kleiner Schleier auf die Leichtigkeit des Seins der H\u00fcndin zu legen.<\/p>\n<p>Maren schien irgendwie entt\u00e4uscht, das Celina auf jeden anderen Menschen ebenso h\u00f6rte wie auf sie und sogar zu ihrer Mutter noch eine tiefere Bindung zu haben schien als zu ihr. Au\u00dferdem war sie das erste Mal so richtig schwer verliebt und teilte ihre Freizeit nun lieber mit dem Jungen als mit Celina.<\/p>\n<p>Horst und Maria Maurer stritten laut, sobald Horst von der Arbeit heimkam. Schon lange w\u00fcrdigte er der H\u00fcndin keinen Blick mehr und Celina war sehr verunsichert dem Herrn des Hauses gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Mit ihm verband sie kaum sch\u00f6ne Momente, aber immer, wenn er kam, schien sich die Stimmung zu verschlechtern und niemand k\u00fcmmerte sich um die manchmal dadurch verunsicherte, traurig in der Ecke sitzende Celina.<\/p>\n<p>Einmal schien die Stimmung des Ehepaar Maurers nicht ganz so schlecht und sie nahmen sich z\u00e4rtlich in die Arme. Celina war ausser sich vor Gl\u00fcck, erinnerte sie diese Szene doch stark an ihre ersten so sorglosen und gl\u00fccklichen Monate bei dieser Familie, und sie sprang tollk\u00fchn und bellend an Horst Maurer hoch.<\/p>\n<p>Dieser trat der Staffordshire H\u00fcndin in den Bauch und schnauzte \u201eHau ab, bl\u00f6de T\u00f6le!\u201c Und der n\u00e4chste Menschen-Streit war der Schlimmste, den die H\u00fcndin Celina je erlebt hatte. Maria Maurer schrie in Tonlagen, die die H\u00fcndin von ihr bis dahin nicht kannte und die ihr Angst machten.<\/p>\n<p>Horst Maurer warf br\u00fcllend ein Glas durch die Gegend und haute immer wieder drohend mit der Faust auf den Tisch. Celina sa\u00df zitternd in ihrem K\u00f6rbchen. Und da sa\u00df sie von nun an immer, wenn Horst Maurer nach Hause kam.<\/p>\n<p>Knapp 1 \u00bd j\u00e4hrig, 58cm hoch und 34kg, wundersch\u00f6n geschmeidig bemuskelt, verlor die H\u00fcndin etwas von ihrer unvoreingenommenen Fr\u00f6hlichkeit und war eigentlich viel zu ruhig f\u00fcr so einen jungen Hund.<\/p>\n<p>Doch die Menschen waren viel zu sehr mit sich selbst besch\u00e4ftigt, um zu merken, dass die junge H\u00fcndin v\u00f6llig verwirrt war. Maren fl\u00fcchtete viel zu anderen Jugendlichen, niemand aus ihrer Familie nahm wahr, dass sie die erste Entt\u00e4uschung in der Liebe verarbeiten musste.<\/p>\n<p>Sie hatte inzwischen ihren Realschul-Abschluss mit Bravour in der Hand und wusste noch immer gar nicht so recht, was sie werden sollte. Als sich dann die Gelegenheit ergab, auf einem Reiterhof ein Praktikum zu machen, sagte sie spontan zu. Maren ritt seit ihrem 6. Lebensjahr und verbrachte seitdem auch alle Sommerferien und oft auch noch die Herbstferien dort.<\/p>\n<p>Der Reiterhof lag weit entfernt und Maren sollte dort f\u00fcr ein Jahr hin, h\u00e4tte danach auch die M\u00f6glichkeit dort eine Lehre als Pferdewirtin zu machen.<\/p>\n<p>Es war die Nacht vom 1. auf 2. Dezember 1997 als Maren weinend neben Celina lag und ihrer H\u00fcndin versprach, sie ganz oft zu besuchen. Celina sp\u00fcrte die Traurigkeit ihres kleinen Frauchens, aber auch die unendlich gro\u00dfe Z\u00e4rtlichkeit in der Stimme und h\u00f6rte aufmerksam zu.<\/p>\n<p>Celina liebte diese Zwiegespr\u00e4che zwischen Hund und Mensch. Auch wenn sie die F\u00fclle der menschlichen W\u00f6rter kaum verstand, genoss sie einfach die sanft-vertraute Zweisamkeit zwischen sich und ihren Menschen. Sie hatte ihren h\u00fcbschen schwarzen Kopf zwischen ihre Vorderpfoten gelegt, die Knickohren aufmerksam aufgestellt und mit ihren braunen Kulleraugen beobachtete sie sorgf\u00e4ltig die Miene des traurigen Menschens vor sich.<\/p>\n<p>Wenn Maren von den Pferden sprach, wurde ihre Stimme wieder ein klein wenig hoffnungsvoller und Celina wedelte zaghaft mit der schwarzen Rute.<\/p>\n<p>In dieser Nacht nahm Maren die schwarze Sch\u00f6nheit mit in ihr Bett und schnell war das seidig-schwarz-gl\u00e4nzende Fell der H\u00fcndin von Tr\u00e4nen durchn\u00e4sst. Am n\u00e4chsten Morgen fuhr Maria die Tochter weg. Maren verschwand aus dem Leben der jungen H\u00fcndin.<br \/>\nHorst blieb zuhause, trank sehr viel Alkohol und schimpfte die ganze Zeit vor sich hin. Und Celina bekam eine dunkle Ahnung von Einsamkeit und Traurigkeit und sa\u00df \u00e4ngstlich zitternd in ihrem K\u00f6rbchen. Das Zittern lie\u00df erst nach, als Maria am n\u00e4chsten Tag heimkam.<\/p>\n<p>Doch auch Maria umgab eine Traurigkeit, eine Schwere, die der Hund nicht begreifen konnte. In den folgenden Wochen redete sie kaum mit Celina, strich ihr nur manchmal sehr traurig \u00fcber den Kopf. Die Hausarbeit, die immer beiden soviel Freude gemacht hatte, machte Maria Maurer nur noch seufzend. Nur der wilde Momo, der Sohn der Nachbarin, spielte und tobte weiterhin ausgelassen mit der H\u00fcndin,wann immer sich die Gelegenheit dazu erbot und Celina sehnte t\u00e4glich die Minuten herbei, an denen der kleine Mensch vom Kindergarten kam und gemeinsam buddelten sie L\u00f6cher, versteckten sich hinter B\u00fcsche und bestanden viele wilde Abenteuer.<\/p>\n<p>Die Begeisterung des kleinen Kindes weckte auch in Celina wieder und wieder die Begeisterung f\u00fcr Menschenkinder.Dabei war Celina immer vorsichtig und einfach nur an der Seite des kleinen Bengels.<\/p>\n<p>Niemals war sie so wild wie Momo selbst und die Erwachsenen konnten sich 100% auf Celina verlassen. Manchmal kamen fremde Menschen und schauten sich das Haus an. Wenn diese dann weg waren, weinte Maria. Horst kam irgendwann gar nicht mehr nach Hause. Horst war aus Celinas Leben verschwunden. Wie ja kurz zuvor bereits Maren. Und ganz am Anfang ihres Lebens die Familie Jacobi.<\/p>\n<p>Celina verstand nicht, was passierte. Wollte jedoch ihrem Frauchen Maria nicht noch mehr Kummer bereiten und wartete so einfach immer nur artig auf ein liebes Wort, auf einen kleinen Spaziergang, auf eine kleine Streicheleinheit. Manchmal unternahm ja Maria auch noch kleine Kuschelrunden mit Celina und die H\u00fcndin zwang sich weiter dazu artig abzuwarten und jedes bisschen Liebe einfach nur dankbar anzunehmen.<\/p>\n<p>Und Maria?War einfach froh, um die selbstlose Treue der H\u00fcndin und nahm diese selbstverst\u00e4ndlich an. Celina war der Haltepunkt in ihrem Leben, um nicht v\u00f6llig zu verzweifeln.<br \/>\nUnd auch der Kontakt zur Gesellschaft! Der Draht zur Welt ausserhalb ihres eigenen Kummers.<\/p>\n<p><strong>3. Kapitel, Lebens-Station 3 &#8211; Januar 1998 \u2013 Mai 1998<\/strong><br \/>\nCelina und Maria in der Stadt<br \/>\nDie Schatten werden l\u00e4nger<br \/>\nMaurers trennten sich bald endg\u00fcltig, das Haus wurde verkauft und Maria Maurer zog mit dem Hund in die entfernte Gro\u00dfstadt in eine 2-Zimmer Wohnung.<\/p>\n<p>Nachdem Maria Maurer schon vorher bei ein paar Vermietern gemerkt hatte, dass ein Hund zwar kein Problem sei, ein Staffordshire aber eben doch, hatte sie bei der Besichtigung dieser Wohnung angegeben, einen Labrador-Mix zu besitzen, was ja auch noch nicht mal wirklich gelogen war.<\/p>\n<p>Nur hatte Celina wirklich wenige \u00c4u\u00dferlichkeiten von ihrem Hundevater geerbt, sie sah halt aus wie eine Staff-H\u00fcndin und es begannen erste Stimmen lauter zu werden, dass diese Hunde eventuell gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Tiersch\u00fctzer machten bereits seit mehreren Jahren darauf aufmerksam, dass diese Hunderassen f\u00fcr h\u00f6chst merkw\u00fcrdige Zwecke missbraucht werden. Doch das wollte niemand h\u00f6ren! Maria dr\u00fcckten diese zus\u00e4tzlichen Probleme schwer auf der Seele.<br \/>\nWenn sie aber in Celinas geduldigen und treuen Augen schaute, versprach sie ihr in die Pfote, sie niemals im Stich zu lassen.So wie Celina immer f\u00fcr Maria da gewesen war, so wollte Maria immer f\u00fcr Celina da sein.<\/p>\n<p>Ihr kleiner schwarzer Engel, der sie im Alltag aufrecht hielt und wirklich immer nur lieb, brav und einfach da war. Am Tag ihres Einzugs kam auch der Vermieter vorbei und regte sich sehr \u00fcber Celina auf. Maria bot all ihre innere St\u00e4rke auf \u2026Schliesslich erlaubte er den Einzug doch, aber drohte ihr bei den kleinsten Beschwerden von Nachbarn Konsequenzen an.<br \/>\nCelina war wieder einmal sehr verwirrt, von der nicht greifbaren schlechten Stimmung, die Maria Maurer zu umgeben schien, sobald ein m\u00e4nnliches Wesen aufkreuzte und zog sich still in ihr K\u00f6rbchen zur\u00fcck, das bereits in der engen Wohnung stand.<\/p>\n<p>Die H\u00fcndin hatte in ihrem jungen Leben gelernt, das stilles Abwarten am schnellsten zur ersehnten Harmonie zur\u00fcckf\u00fchrte.Und als der Mann weg war, schien ihr Menschen-Frauchen sehr erleichtert und Maria lud die H\u00fcndin ein, neben ihr auf dem Sofa Platz zu nehmen und Celina h\u00f6rte wieder einmal aufmerksam und tr\u00f6stend den Worten von Frau Maurer zu.<\/p>\n<p>Maren Maurer wurde von ihren Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt und zog die Konsequenz, Abstand zu ihren Eltern zu halten und diese erstmal zu ignorieren.<br \/>\nEs war inzwischen klar, dass sie im Sommer die Ausbildung als Pferdewirtin beginnen w\u00fcrde. Sie hatte auch gefragt, ob sie Celina holen d\u00fcrfe, doch die sonst sehr netten Reiterhof-Betreiber stellten sich da v\u00f6llig stur und wollten auf keinen Fall so einen Hund auf dem Ferien-Hof. Maren bat ihren Hund in Gedanken um Abbitte und versprach, ebenfalls via Gedanken-Gruss, Celina zu sich zu holen, sobald sie ihr Leben geregelt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Sie hielt oft gedankliche Zwiegespr\u00e4che mit der H\u00fcndin, doch wieder gesehen hat sie diese eine sehr lange Zeit nicht. Maria Maurer nahm eine Stelle bei einer Geb\u00e4ude-Reinigungs- Firma an und war nun von 7 Uhr bis 12.30 Uhr ausser Haus und Celina alleine in der lauten und kleinen Stadt-Wohnung.<\/p>\n<p>Etwas, was Celina nie wirklich gelernt hatte, denn bis dato war eigentlich immer jemand da und wenn sie mal ein St\u00fcndchen alleine gewesen war, hatte sie die M\u00f6glichkeit gehabt, auch in den Garten zu laufen. Hier hatte die Staffordshire H\u00fcndin auf einmal nur noch die M\u00f6glichkeit, wartend in ihrem K\u00f6rbchen zu liegen.<\/p>\n<p>Celina vermisste Sand und Gras unter ihren Pfoten, die H\u00fcndin trauerte auch um ihren kleinen wilden Menschenfreund Momo und sehnte sich nach langen Wanderungen durch den heimischen Wald, sowie nach wilden Renn- und Tobespielen mit anderen Hunden, aber auch nach den Aufgaben auf dem Hundeplatz mit Maren.<br \/>\nIhr einst so spannendes und von Liebe und Stolz begleitetes Leben verlief trist und eint\u00f6nig. Wenn Maria von der Arbeit kam, ging sie mit Celina spazieren. Das war so ziemlich das Einzige rund um den Hund, was sie noch nie besonders gerne gemacht hatte.<\/p>\n<p>Doch nun war sie mehrmals t\u00e4glich dazu gezwungen. Und so sehr sie die schwarze H\u00fcndin Celina liebte, so sehr war sie von diesen Spazierg\u00e4ngen auch genervt. Und angestrengt. Denn die Spazierg\u00e4nge mit der Staffordshire-H\u00fcndin wurden langsam zu einer Art Spie\u00dfruten-Lauf. Der Ruf der Rasse Staffordshire-Terrier wurde immer schlechter und die Menschen schienen beinahe froh, ein Feindbild zu haben.<br \/>\nSo machte sich kaum jemand die M\u00fche, Celinas tolles Wesen kennen zulernen, sondern man zeigte lieber angewidert mit dem Finger auf den Hund.<\/p>\n<p>Im Stadtpark musste Celina die ganze Zeit an der Leine bleiben und die anderen Hundebesitzer duldeten keine Kontaktaufnahme.<br \/>\nDas so lebensfr\u00f6hliche Power-Paket Celina wusste schon bald nicht mehr wohin mit all der Energie und begann beim Spazieren gehen, die ganze Zeit \u00fcber aufgeregt zu bellen. Bald ging Maria nur noch 10 Minuten mit Celina und dies auch nicht \u00f6fter als 2mal am Tag.<\/p>\n<p>Danach brachte Maria die Pelznase heim und erledigte allerlei der vielen menschlichen Aufgaben, ging aber oft auch einfach nur genie\u00dferisch Schaufenster bummeln, um ihre Gedanken zu ordnen. Luft holen, ohne angefeindet zu werden.<\/p>\n<p>Celina sa\u00df dann zuhause und weinte ihre Einsamkeit und ihre aufgestaute Energie, aber auch ihre Unsicherheit, aus sich raus. Anfangs leise winselnd im K\u00f6rbchen, dann immer lauter werdend. Manchmal klopften dann die anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses an die Wohnungst\u00fcr und Celina bellte aufgeregt und freudig in der Hoffnung, dass der Mensch da vor der T\u00fcr sie zu einem aufregenden Spaziergang abholen wolle.<\/p>\n<p>Celina weinte vielleicht um ihr Leben, das sie gef\u00fchrt hatte: Als Hund mit Denkaufgaben, k\u00f6rperlicher Auslastung und vollem Familienanschluss.Nun war sie ein einsamer Stadt-Hund und wartete immer nur darauf, dass Maria heimkam. Und wenn die dann heimkam, war auch nichts mehr wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Celina sp\u00fcrte, dass da bald die n\u00e4chste Ver\u00e4nderung auf sie zukommen w\u00fcrde. Die Nachbarn hatten Angst vor der muskul\u00f6sen H\u00fcndin und verwechselten ihr lachendes Hundegesicht mit dem Gesichtsausdruck eines angreifenden Hundes.<\/p>\n<p>Das Jaulen Celinas nahmen sie zum Anlass, sich \u00fcber den \u201eunberechenbaren Hund\u201c zu beschweren. Marias Vermieter schickte einen Brief, mit der Auflage, den Hund sofort aus dem Wohnhaus zu entfernen. Maria hatte keine Kraft mehr um Celina zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Sie wollte nun erstmal um ihr eigenes Leben k\u00e4mpfen. Den Gedanken, dass die schwarze Staff-H\u00fcndin all die letzten Monate ihr einziger Lebenshalt gewesen war, verdr\u00e4ngte sie dabei erfolgreich. Schlie\u00dflich und schlussendlich \u201ewar doch Celina nur ein Hund\u201c!<\/p>\n<p>Maria Maurer verteilte Zettel in den Einkaufsl\u00e4den ihrer Umgebung. Auf denen sie ein neues Zuhause f\u00fcr Celina suchte. Am 18. Mai 1998, 2 Jahre nach dem Einzug des kleinen schwarzen Welpen bei den Maurers, nachdem das Gl\u00fcck f\u00fcr Celina so perfekt erschienen war wie der 6er im Lotto, wurde die treue vierbeinige Freundin per Handschlag weitergegeben an die Studentin Carmen.<\/p>\n<p>Die versprach, sich nach besten Wissen und Gewissen um Celina zu k\u00fcmmern. Maria verlangte keine Schutzgeb\u00fchr, machte keinen Vertrag, wusste von Carmen keinen Nachnamen, sondern verlie\u00df sich eher erleichtert und nur leicht z\u00f6gernd auf das \u201egute Gef\u00fchl, f\u00fcr den Hund das Beste gemacht zu haben\u201c Maria Maurer verschwand einfach so von einem Tag auf den anderen aus Celinas Leben.<\/p>\n<p>Celina verstand die Welt nicht mehr! Am 18. Mai 1998, an ihrem zweiten Geburtstag, verlie\u00df die H\u00fcndin an der Seite einer fremden Frau \u2013i hrem neuen Frauchen Carmen- , den Menschen, f\u00fcr den sie ihr eigenes Leben ohne zu z\u00f6gern gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>4. Kapitel, Lebens-Station Nr.4 &#8211; Mai 1998 \u2013 Juni 1998<\/strong><br \/>\nCelina und Carmen<br \/>\nAuch wenn die Sonne nur kurz scheint, scheint sie in diesem Moment hell \u2026und wirft Schatten! Carmen studierte BWL und war gerade von ihrem Freund verlassen wurden. Ihre Eltern gaben Carmen finanziell alles, was die Studentin nur wollte und so f\u00fcllte Carmen ihre Einsamkeit mit Celina. Carmen hatte ein langes Gespr\u00e4ch mit Frau Maurer gef\u00fchrt und sp\u00fcrte wirklich einen tiefen Willen in sich, f\u00fcr diese H\u00fcndin zu sorgen.<br \/>\nCarmen war zwar oft gedankenlos, aber nicht herzlos und so erkannte sie mit sicherem Gesp\u00fcr, die kalte Faust der Unsicherheit und Angst, die das Hundeherz umgab. Und sie versprach der H\u00fcndin, immer gut f\u00fcr sie zu sorgen.<\/p>\n<p>Celina h\u00f6rte -wie immer- aufmerksam der menschlichen Stimme zu und ihre Rute wedelte freudig erregt, da diese Zweisamkeit wieder da war, die die H\u00fcndin doch so sehr liebte und brauchte. Carmen nahm Celina \u00fcberall mit hin, beim Fernsehgucken sa\u00df Celina neben ihr auf dem Sofa und manchmal teilten sie sich sogar eine T\u00fcte Chips.<\/p>\n<p>Abends lag sie mit im Bett eng an Carmen gekuschelt. Am Tage fuhr Carmen mit ihrem knallrotem VW-Beatle-Cabrio und der s\u00fc\u00dfen schwarzen H\u00fcndin oft in den Wald und liess auf einsamen Wegen Celina auch frei laufen.<\/p>\n<p>Celinas Lebenslust kehrte sehr schnell zur\u00fcck.Nach nur wenigen Tagen reagierte sie auf das kleinste Kommando ihres neuen Menschen und dankte mit Treue und Freundlichkeit.All ihr h\u00fcndisches Urvertrauen steckte sie in diese junge Menschen-Frau, so dass sie auch wieder problemlos ein paar Stunden alleine blieb, wenn Carmen an der Uni war.<br \/>\nDanach gab\u2019s ja Freizeit f\u00fcr und mit dem Hund pur.Die Abende verbrachten sie oft an einem Baggersee. Abends war es noch recht frisch und die Badeg\u00e4ste gingen nach Hause, das war dann die Zeit f\u00fcr \u00fcberm\u00fctige Wasserspiele zwischen Carmen und Celina. Und die ganze Zeit arbeitete Carmen dabei die Vergangenheit mit ihrem Exfreund auf.<\/p>\n<p>Celina h\u00f6rte freudig gespannt zu.Diese Zweisamkeit, in der eine freundliche weibliche Stimme viele Worte zu ihr sprach, diese Zweisamkeit machte die Stafford-Shire H\u00fcndin in wenigen Tagen wieder gl\u00fccklich. Denn damit verband die H\u00fcndin ihr erstes absolut sorgloses Lebensjahr, damit wurde sie vom tapsigen Welpen zum gl\u00fccklichen Hunde-Teenie.<\/p>\n<p>Celina war wieder einmal binnen k\u00fcrzester Zeit genau das, was der Mensch vom Hund erwartet: Sie war einfach der beste Freund des Menschen, dabei selbst v\u00f6llig anspruchslos. Als Carmens Exfreund Marc wieder auftauchte, schwebte Carmen auf rosaroten Wolken und w\u00e4hrend sie Marc noch etwas zappeln liess, \u00fcbersch\u00fcttete sie Celina mit Z\u00e4rtlichkeiten und Aufmerksamkeit.<br \/>\nAls Marc dann nach kurzer Zeit wieder einzog, flog Celina erst aus dem Bett und schliesslich auch vom Sofa.Doch da Carmen so gl\u00fccklich war, war es Celina auch. Celina liebte und wurde geliebt, mehr wollte die H\u00fcndin doch nie vom Leben. Als Marc dann anfing von einem kompletten Neuanfang zu sprechen, von Semesterferien in den USA\u2026da hatte Carmen nur kurz ein schlechtes Gewissen der neuen vierbeinigen Freundin gegen\u00fcber; verschenkte die H\u00fcndin dann aber kurzerhand an eine WG in Hannover, wo auch ihre Cousine Kati wohnte.<\/p>\n<p>Sie brachte Celina dorthin, lie\u00df der M\u00e4dchen-WG eine Menge Geld da und hatte damit ihrer Meinung nach \u201edas Beste f\u00fcr den Hund getan!\u201c Nach zwei kurzen aber sehr intensiven Monaten verschwanden Marc und Carmen einfach aus Celinas Leben.Celina blieb wieder einmal verwirrt in einem f\u00fcr sie v\u00f6llig neuem Leben bei v\u00f6llig fremden Menschen zur\u00fcck.<br \/>\n<strong><br \/>\n5. Kapitel, Lebens-Station Nr. 5 &#8211; Juni 1998 \u2013 Mai 2001<\/strong><br \/>\nCelina in der M\u00e4dchen WG<br \/>\nVom Schmusehund zur Kampfbestie!<br \/>\nDie Sonne hat nicht immer genug Kraft zum w\u00e4rmen. In der WG lebten 3 junge Frauen zwischen 18 und 22 Jahren und zwei Katzen. Celina hatte bisher noch keine n\u00e4heren Kontakte mit Katzen gehabt, doch die drei Frauen Kati, Maja und Jule lie\u00dfen soviel Geduld und Tier-Verstand mit einfliessen, das die schwarze H\u00fcndin und die beiden schwarz-wei\u00df gefleckten Katzen schon nach 4 Wochen zusammen im K\u00f6rbchen lagen.<\/p>\n<p>Die Katzen Dascha und Minou hatten schon allerlei Besucherhunde erlebt und zeigten sich neugierig aufgeschlossen. W\u00e4hrend die \u00e4ltere Dascha vor allem genoss, angekuschelt an der H\u00fcndin zu d\u00f6sen, entwickelten Minou und Celina ihre ganz eigene Art, in der Wohnung miteinander zu spielen.<\/p>\n<p>Und selbst auf Spazierg\u00e4ngen sah man oft die Katze Minou als Begleiterin an der Seite der gro\u00dfen schwarzen wundersch\u00f6nen H\u00fcndin. Celina mit ihrem sanften und sensiblen Wesen war nach nur knapp vier Wochen der Mittelpunkt der M\u00e4dchen-WG und die vertraute gro\u00dfe Freundin der miauenden Samtpfoten.<\/p>\n<p>Die M\u00e4dchen wurden \u00f6fter skeptisch-neugierig nach der Rasse der schwarzen, kr\u00e4ftigen H\u00fcndin gefragt und antworteten zielsicher und lachend: \u201eStoff-Terrier!\u201c Wenn die M\u00e4dchen da so ausgelassen lachten, stand ihr \u201eStoff-Terrier\u201c gl\u00fccklich die Rute schlagend daneben und ihr Vertrauen zum Partner Mensch war wieder aufgebaut und unendlich gross.<\/p>\n<p>Jule war mit 22 die \u00c4lteste und arbeitete als Krankenschwester. Maja war ihre 18j\u00e4hrige Schwester, die gerade eine Ausbildung zur Floristin machte und Kati eine 20j\u00e4hrige Lehramt-Studentin, die auch die Katzen mit in die WG gebracht hatte. Eigentlich war immer eine von den dreien f\u00fcr Celina da und wenn Freunde kamen oder Urlaub angesagt war, dann war auch Celina dabei.<br \/>\nAuch lernten sie im nahen Stadt-Park Leute kennen, die keine Angst vor Celina hatten und endlich durfte Celli, wie sie nun meistens gerufen wurde, erstmals wieder offiziell frei laufen und mit anderen Hunden spielen.<\/p>\n<p>Celli dankte es mit Verl\u00e4sslichkeit und absoluter Unkompliziertheit. Das Leben war wieder leicht und Celina war es auch. Das sch\u00f6nste Erlebnis war f\u00fcr Kati, als sie mit der H\u00fcndin im Wald spazieren ging \u2013Celli hatte inzwischen schon wieder rund um die Uhr ihr ber\u00fchmtes Lachen im Gesicht- als ein ca. 2j\u00e4hriger Menschen-Steppke auf den Hund zulief; \u201eHund-ei,Hund-ei\u201c rufend und der Papa lachend in die Richtung von Kati und der Staffordshire-H\u00fcndin rief: \u201eKeine Angst, der will nur spielen\u201c.<\/p>\n<p>Celina liebte nach wie vor Kinder und lie\u00df diese tollpatschigen kleinen Finger mit einer beispiellosen Geduld durch ihr Fell wandern. Ihr ausgelassenes Temperament schraubte sie dann stets auf ein Minimum herunter und nie h\u00e4tte sie ein Kind auch nur aus Versehen umgerannt.<\/p>\n<p>Celli war durch und durch ein verl\u00e4sslicher Hund. Ihre drei Frauchen hatten alle feste Freunde, aber auch diese hingen mit m\u00e4nnlicher Z\u00e4rtlichkeit am schwarzen Vierbeiner und Celina entwickelte auch wieder Vertrauen zu M\u00e4nnern.<\/p>\n<p>Die M\u00e4del-WG war in Celinas jungem Leben nicht ihr erstes Zuhause. Doch ,ganz dem Wesen des treuen Freund des Menschen entsprechend, zeigte Celli immer wieder die F\u00e4higkeit, sich neu und unvoreingenommen zu binden.<\/p>\n<p>Ihre Sensibilit\u00e4t, ihr Willen dem Menschen zu gefallen, machten aus ihr einen ganz besonderen Hund. Und alle, die Celina, die schwarze Staffordshire-H\u00fcndin, kennen lernten, freundeten sich schnell mit ihr an.<\/p>\n<p>Einer sprach sogar von der \u201eWiedergeburt Lassies im schwarzen Fell\u201c! Und ihr Lerneifer, die schnelle Auffassungsgabe, der Mut der H\u00fcndin, alles zu tun, was die Menschen wohl erwarteten, gepaart mit eigener Kombinationsgabe, h\u00e4tte selbst Kommissar Rex blass werden lassen vor Neid.<\/p>\n<p>Celina hatte alle Charakterz\u00fcge eines gut-sozialisierten Staffs in sich verankert: kinderlieb, flexibel, lernwillig, wasserfreudig, sozial, hohe Toleranzschwelle, verspielt\u2026 Aber diese Wesensz\u00fcge sprach man dem Staffordshire-Terrier allm\u00e4hlich ab.<\/p>\n<p>Obwohl bereits Diskussionen um sogenannte Kampfhunde immer lauter wurden (in denen die Warnungen von Tierfreunden aber weiterhin komplett ignoriert worden), hatte Celina eine gl\u00fcckliche Zeit und wurde allm\u00e4hlich ein sicherer Stadthund, der auch brav mit Strassenbahn fuhr oder im Cafe artig unter dem Tisch lag. Celina hatte gelernt, sich auf den Befehl \u201eMach fein\u201c zu l\u00f6sen, so dass die M\u00e4dels etwas beeinflussen konnten, wo Celina machte und es auch in dieser Beziehung keinen Anlass zum \u00c4rger gab.<\/p>\n<p>Alle hatten Spa\u00df mit diesem tollen Hund! Celina geh\u00f6rte in ihrer Wohngegend einfach dazu und war wieder ein fr\u00f6hlicher ungezwungener und vor allem sehr sozialer Hund, der liebte und geliebt wurde.<\/p>\n<p>Ein Staffordshire-Terrier wie es viele gab und doch ein ganz besonderer Hund, wie jeder Hund f\u00fcr seinen Menschen etwas ganz besonderes sein sollte.<\/p>\n<p>Dann passierte dieses Ungl\u00fcck in Hamburg, wo der kleine Volkan von einem Hund der gleichen Rasse wie Celina tot gebissen wurde. An diesem Ungl\u00fcck war der kleine Volkan 100% unschuldig\u2026 \u2026aber Celina doch auch!<\/p>\n<p>Welche Schuld k\u00f6nnte die in Hannover lebende H\u00fcndin an einem Ungl\u00fcck in Hamburg treffen?Wenn ein Mercedes-Fahrer bei Rot \u00fcber die Ampel fuhr, w\u00fcrde man ja auch nie darauf kommen, allen Mercedes-Fahrern f\u00fcr vier Wochen den F\u00fchrerschein zu entziehen.<br \/>\nDieses Ungl\u00fcck des kleinen Jungen Volkan war ohne Frage mehr als schrecklich. Und so unn\u00f6tig und grausam. Aber ebenso ohne Frage war es nicht die Schuld der H\u00fcndin Celina! Dann \u00fcberschlugen sich die Presse-Meldungen mit Berichten \u00fcber Opfer von Kampf-Hunde-Attacken.<\/p>\n<p>Denn endlich konnte die Presse Schlagzeilen bringen. Der Staffordshire-Terrier\u2026ein beissw\u00fctiger Kampfhund! Tats\u00e4chlich gab es in zwielichtigen Szenen viele- vor allem junge- M\u00e4nner, die ihr nicht vorhandenes Selbstbewusstsein mit dieser muskul\u00f6sen Hunderasse aufpolierten. Darauf machten Tierfreunde ja seit Jahren aufmerksam!<\/p>\n<p>Gerade diese Hunderasse war bekannt daf\u00fcr, alles zu tun, was ihr Mensch von ihnen verlangte und wenn man nur ordentlich suchte, fand man auch Menschen, die Opfer von Bei\u00dfattacken von scharf gemachten Hunden waren.<\/p>\n<p>Und diese Opfer waren unschuldig. \u2026aber Celina auch! Doch Celina war jetzt nicht mehr der Stoff-Terrier aus der M\u00e4dchen-WG. Celina war seit diesem tragischen Ungl\u00fcck \u201eeine von diesen\u201c. Ein Kampfhund, eine Killer-Maschine, eine Bestie, unberechenbar\u2026 Kein Lassie mehr! Und erst Recht kein Rex mehr! Kein treuer Freund des Menschen!<\/p>\n<p>Celina war auf einmal eine Gefahr f\u00fcr Menschen! Und f\u00fcr andere Hunde! Schlicht f\u00fcr alles und jeden! Celina\u2026\u00fcber die gestern noch die Menschen gelacht hatten, weil ihre Rute stets und st\u00e4ndig wie ein Propeller im Kreis drehte und man bef\u00fcrchtete, dass sie gleich in die Luft abhebe \u2026war heute zum Kampfhund auserkoren!<\/p>\n<p>Nachbarn &#8211; die vor kurzem noch liebevoll mit Celina geschmust und gespielt hatten- schrieen, wenn sie Celina sahen. Drohbriefe flatterten ins Haus, Celina durfte nicht mehr frei laufen, musste einen Maulkorb tragen\u2026M\u00fctter rissen ihre Kinder hoch, wenn sie Celina sichteten, die H\u00fcndin durfte nicht mehr in den Gemeinschafts-Garten des Wohnhauses der WG. \u00c4ltere M\u00e4nner liefen mit der Harke in der Hand hinter Celina her und \u00e4ltere Hausfrauen spuckten den M\u00e4dels und der H\u00fcndin vor die F\u00fcsse. Gestern war Celli noch ein Idol unter den Hunden, wurde gleichgesetzt mit ber\u00fchmten Fernseh-Hunden wie Lassie und Kommissar Rex\u2026<\/p>\n<p>Heute schon war aber Celina gef\u00e4hrlicher als jeder \u00fcberlebende Dinosaurier. Die Dreier-WG wurde unsicher wegen der Reaktionen der Umwelt\u2026Celina wurde unsicher, weil sich ihr Leben wieder so schlagartig ge\u00e4ndert hatte und all die Unbeschwertheit war auf einmal wieder weg.<\/p>\n<p>Ihre Menschen flitzten meist nur noch im Dunkeln schnell mit Celli um die Ecke. Celli durfte weder in die Stra\u00dfenbahn noch ins Cafe und die ganze Lebenssituation war sehr angespannt. Aber nicht einmal in all dieser Unsicherheit und Zeit der Ver\u00e4nderungen und Anfeindungen hat Celina geknurrt oder gar b\u00f6se geguckt. In den wenigen Stunden, die Celina alleine war, begann sie wieder ihre Unsicherheit herauszuheulen. Sie war nun nicht mehr das s\u00fc\u00dfe schwarze Staff-M\u00e4dchen, der schwarze Engel der 3er WG, sie war nun ein Kampfhund!<\/p>\n<p>Der Vermieter duldete \u201edas\u201c nicht mehr und alle Gesetze und Nachbarn waren auf seiner Seite. Jule, die bisher eh am wenigsten Kontakt zu Celina hatte, war inzwischen schwanger und zog mit ihrem Freund zusammen.<\/p>\n<p>Ein bisschen schlechtes Gewissen hatte sie schon, ihre Freundinnen und Celina so im Stich zu lassen, doch da die Schwangerschaft nicht ganz komplikationslos verlief, war sie auch noch mit ganz anderen eigenen Sorgen besch\u00e4ftigt.<br \/>\nMaja hatte nun ihre Ausbildung beendet, nebenbei hatte sie in der Abendschule das Abi nachgeholt und begann nun zu studieren. Ausgerechnet am anderen Ende von Deutschland, in Bayern! In diesem Bundesland, noch dazu im Studenten-Heim, brauchte sie nicht Mal dar\u00fcber nachzudenken, sich weiter um Celli k\u00fcmmern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Beinahe war sie ein bisschen erleichtert dar\u00fcber, die Verantwortung f\u00fcr den Hund somit abschieben zu k\u00f6nnen. Blieb Kati, die alleine die Miete f\u00fcr die WG Wohnung nicht mehr aufbringen konnte, keine neue bezahlbare Wohnung fand mit 2 Katzen und einem so genannten Kampfhund und unter grossem Druck der \u00d6ffentlichkeit stand. Ihr wurde sogar klargemacht, dass sie ihre beruflich angestrebte Laufbahn als Grundschul-Lehrerin an den Nagel h\u00e4ngen k\u00f6nnte, wenn sie sich weiter in der \u201eKampfhund-Szene\u201c rumtreiben w\u00fcrde! Ihre ganze Zukunft hing davon ab.<\/p>\n<p>Ihre ganze Zukunft hing davon ab, sich f\u00fcr oder gegen eine Zukunft mit dieser H\u00fcndin zu entscheiden. Kati war nervlich am Ende und hielt dem Druck der \u00d6ffentlichkeit nicht l\u00e4nger stand. In ihrer Not gab Kati eine Anzeige im Tiermarkt-Anzeiger auf und gab Celina dem einzigen Bewerber mit, der sich darauf meldete. Jonas erschien Kati mit seinen knapp 50 Jahren als sehr vertrauenserweckend. Kati dr\u00fcckte die Katzen Dascha und Minou weinend an sich, als Celina mit Jonas um die Ecke verschwand. Sie sp\u00fcrte das ungute Gef\u00fchl in sich.<br \/>\nSie sp\u00fcrte das Verlangen, Celina an sich zu rei\u00dfen und zu besch\u00fctzen. Doch ihr alleine fehlte der Mut. Der Mut, im Jahre 2001 einen Hund zu lieben, der ein schwarzer Staffordshire-Terrier war.<\/p>\n<p>So verschwanden innerhalb k\u00fcrzester Zeit nochmal sechs Menschen und zwei Katzen-Kumpel aus dem Leben der schwarzen Staff-H\u00fcndin Celina, die doch bisher einfach immer nur artig gewesen war. Und auch diese Menschen gaben, wie all die Menschen zuvor, nicht nur Celina ab, sondern auch die Verantwortung f\u00fcr das Leben der H\u00fcndin, die doch zuvor eine kleine Zeit lang das eigene Leben so aufgewertet hatte.<\/p>\n<p><strong>6. Kapitel, Lebens-Station Nr.6 &#8211; Mai 2001 (3 Wochen)<\/strong><br \/>\nCelina wird als Kampfhund verheizt<br \/>\nIn zubetonierten Hinterh\u00f6fen scheint fast nie die Sonne. Jonas befand sich nun schon l\u00e4nger auf der schiefen Bahn, Drogen und Alkohol hatten ihn seinen Job gekostet, seine Frau war mit einem j\u00fcngeren Mann durchgebrannt, seine beiden T\u00f6chter hatten sich angewidert von ihren Eltern abgewandt.<\/p>\n<p>Jonas hatte einen immensen Schulden-Berg und sah seine Chance mit Celina gekommen. Durch die ganze Panik- Mache in den Boulevard-Zeitungen hatte der ehemaliger Journalist recherchiert und wirklich Kontakt zur Kampfhund-Szene bekommen und er wusste, um welche Gelder es da ging.<\/p>\n<p>Jonas wusste auch, das man die eigentlichen wirklichen Kampfhunde nie in der \u00d6ffentlichkeit sah und er wusste, das diese Kampfhunde, die f\u00fcr Hundek\u00e4mpfe eingesetzt werden, dem Menschen nie was tun w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Sie mussten dem Menschen gegen\u00fcber den \u201eWill-to-please\u201c aufweisen und das war eben auch ein Charakterzug der Staffs &amp; Co, der es \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte, diese Rasse so zu missbrauchen.<\/p>\n<p>Also nahm er die inzwischen 5 j\u00e4hrige und sehr kr\u00e4ftig gebaute und gut bemuskelte Celina mit. Es folgte eine \u201eAusbildung im Hinterhof\u201c. Unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit und wahrscheinlich fern der Phantasie der meisten normalen Hundehalter:Celina bekam Schl\u00e4ge, mit Eisenstangen und noch gl\u00fchenden Holzscheiten, wurde getreten und schwer misshandelt, immer dann, wenn ein anderer Hund in die N\u00e4he kam, der w\u00fctend bellte.<\/p>\n<p>Es wurde mit Elektro-Schocks gearbeitet, die H\u00fcndin musste hungern und dursten. Celina wusste kaum noch wohin vor Angst -und genau das wars, was die M\u00e4nner erreichen wollten: Dass der Hund vor Angst irre wird! Nach 3 Wochen wurde ein bereits gedrillter Hund auf Celina losgelassen. Dieser andere Hund hatte nie etwas anderes gelernt, als andere Hunde zu t\u00f6ten und so ging er auch auf Celli los.<\/p>\n<p>Celina wehrte sich nicht, sondern kauerte sich \u00e4ngstlich in die Ecke und ergab sich ihrem Schicksal. Sie verstand nicht, was passierte\u2026 \u2026aber wenn die Menschen sie lieber tot sehen w\u00fcrden, w\u00fcrde sie sich eben anstandslos totbeissen lassen. Der Kampf wurde von den Menschen beendet. Die fremden Menschen gingen lachend, spuckend und gr\u00f6hlend mit ihrem Sieger-Hund davon und lie\u00dfen Jonas verachtend stehen.<\/p>\n<p>Celina war sehr schwer verletzt, und Jonas registrierte, dass er aus diesem Hund keinen Sieger in der dunklen Szene machen konnte. Daf\u00fcr war Celina einfach zu lieb. Trotz oder gerade wegen ihrer Rasse-Zugeh\u00f6rigkeit und ihres anf\u00e4nglich so wunderbaren Lebensstarts. W\u00fctend dr\u00fcckte Jonas eine Kippe auf dem zerschundenen K\u00f6rper von Celli aus und steckte diese dann in einen Jute-Sack, lud den ins Auto und schmiss den Sack, dessen Inhalt die verletzte H\u00fcndin war, bei n\u00e4chster Gelegenheit \u00fcber eine Br\u00fccke. Keiner hatte ihn dabei gesehen.<br \/>\nUnd wenn doch: Keiner w\u00fcrde sich mit ihm anlegen. Menschen wie Jonas sind nicht unschuldig. Aber Menschen wie Jonas sind stark, manchmal einflussreich, auf jeden Fall aber sehr gewaltt\u00e4tig. Da ist es f\u00fcr die anderen Menschen und die Boulevard-Presse halt einfacher, auf Hunde wie Celli zu schimpfen, als auch nur einmal auf Menschen wie Jonas zu schimpfen.<\/p>\n<p>Und diese Hunderasse dann zu verbieten, war weitaus einfacher, als sich Gedanken dar\u00fcber zu machen, welcher Stelle unser gesamten Gesellschaft so versagt haben k\u00f6nnte, dass Menschen wie Jonas so einflussreich werden konnten&#8230;<br \/>\nZumindest einflussreich genug, dass lieber alle besch\u00e4mt wegsehen und NICHTS SEHEN WOLLEN! Jonas dachte an die verwetteten Gelder, die ihm verloren gegangen waren. Und er freute sich an dem Gedanken, dass der Hund wahrscheinlich noch nicht ganz tot war und nun j\u00e4mmerlich im Jute-Sack ersoff.<\/p>\n<p><strong>7. Kapitel, Lebens-Station Nr. 7 &#8211; Mai 2001 (2 Tage)<\/strong><br \/>\nCelina unter der Br\u00fccke<br \/>\nEin selbstgew\u00e4hltes Schatten-Pl\u00e4tzchen<br \/>\nCelina kam irgendwie aus dem verschn\u00fcrtem Jute-Sack frei, schwamm mit letzter Kraft an Land, schleppte sich humpelnd weiter und leckte sich im Schutz von hochgewachsenen B\u00fcschen unter einer anderen Br\u00fccke ihre Wunden.<\/p>\n<p>Zwei Tage verbrachte sie dort. Dem Tod sehr nah. Doch sie focht den einzigen Kampf, den sie jemals gek\u00e4mpft hatte: Sie k\u00e4mpfte ums \u00dcberleben. Leise, still, alleine.<br \/>\nEin Kampf &#8211; den sie nicht wissend- inzwischen mit vielen anderen Staffordshire-Terriern teilte und nicht zum letzten Mal k\u00e4mpfen musste.<\/p>\n<p><strong>8. Kapitel, Lebens-Station Nr. 8 &#8211; Mai 2001 (1 Tag)<\/strong><br \/>\nCelina und Marius<br \/>\nWenn ein Blick w\u00e4rmt wie ein starker Sonnenstrahl<br \/>\nMarius, 12 Jahre, spielte manchmal an dieser Stelle des Flusses unter der Br\u00fccke.<\/p>\n<p>Der blonde Junge mit den Sommersprossen stand gerade an der verwirrenden Schwelle vom Kind zum Teenie und er genoss oft die Einsamkeit und Stille am Fluss.Er lie\u00df dort gerne seine Papierboote zu Wasser, a\u00df alleine sein mitgebrachtes Butterbrot und verzettelte sich in wilden Tagtr\u00e4umen, in denen er stets der Held war.<\/p>\n<p>Marius h\u00f6rte ein leises Wimmern, ein St\u00f6hnen und entdeckte die kraftlose H\u00fcndin. Er hatte viel mitbekommen von dem, was mit sogenannten Kampfhunden passierte. \u2026er hat auch seine Mutter weinen sehen. Seine Mutter weinte um den kleinen Volkan\u2026und sie weinte um die vielen unschuldigen Staffs. Um die Opfer auf beiden Seiten.<\/p>\n<p>Die unschuldigen Leidtragenden! Um die Hunde, die es nun auf einmal nicht mehr geben durfte. Hunde wie Celina. Seine Mutter hatte oft gefragt: \u201eWo f\u00fchrt das nur hin, mein Kind?\u201c Marius beobachtete die schwarze fremde H\u00fcndin&#8212;er erkannte in ihr die Rasse, vor der viele erwachsenen Menschen Angst hatten.<br \/>\nMarius hatte auch etwas Angst, vor allem aber hatte er ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Hunde und z\u00f6gernd ging er Schritt f\u00fcr Schritt n\u00e4her an Celina, die ihn ebenso aufmerksam und auch etwas \u00e4ngstlich beobachtete. Marius redete mit der H\u00fcndin und Celina begann mit der Rute zu wedeln.<\/p>\n<p>Ein Kind, eine sanfte Stimme\u2026da wusste die kluge H\u00fcndin, das sie keine Angst zu haben brauchte. Und ihr kluges Gesicht entspannte sich. Und der kluge Marius sah die Hundeschnauze tapfer l\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Er wusste, er sp\u00fcrte es in sich, dass dieser Hund ihm niemals etwas tun w\u00fcrde. Und \u2013noch ganz Kind- verlie\u00df er sich auf dieses Gesp\u00fcr der reinen Wahrheit und n\u00e4herte sich langsam dem wimmernden Vierbeiner, der sich inzwischen ganz klein machte und mit allem nur m\u00f6glichen K\u00f6rpersignalen anzeigte, dass von ihm keine Gefahr ausginge.<\/p>\n<p>Marius verstand. Er l\u00e4chelte der H\u00fcndin zu. Celina legte sich von Schmerzen gezeichnet seitlich -und die lange Rute klopfte vorsichtig und freundlich auf den staubigen Boden. Der Junge zog sein Brot aus dem mitgebrachten Rucksack und gab es Celina zu fressen. Vorsichtig nahm sie Happen f\u00fcr Happen aus den Fingern des kleinen Menschen.<\/p>\n<p>Sie blickte ihn an. Marius blickte die H\u00fcndin an. Und er h\u00f6rte zu, wie sie mit stillem Augen-Aufschlag ihre ganze Geschichte erz\u00e4hlte. Marius streichelte sanft \u00fcber das schwarze Fell der H\u00fcndin und er sprach mit ihr und erkannte die Misshandlungen an Celina, soweit diese ein Kind erkennen kann. Celina wedelte als Zeichen gegenseitigen Verstehens und Vertrauens weiter mit der Rute.<\/p>\n<p>Das Wedeln schmerzte ihren ganzen K\u00f6rper und doch konnte sie nicht anders, als die Freundlichkeit des Jungen zu erwidern. Marius streichelte nochmal sanft die verletzte H\u00fcndin und versprach ihr, Hilfe zu holen. In seinen Tagtr\u00e4umen hatte Marius oft mit wilden Bestien gek\u00e4mpft und ging als Sieger hervor. Hier unter der Br\u00fccke am Fluss, gemeinsam mit der verletzten fremden H\u00fcndin, begriff der 12j\u00e4hrige Junge auf einmal sehr viel von der Welt und dabei sp\u00fcrte er unendlichen Zorn in sich.<\/p>\n<p>Und er versprach der H\u00fcndin, dass dies nun seine Chance war, wirklich ein Held zu werden. Und tief in sich, sp\u00fcrte er, dass er bereits ein Held war. Ein Sieger. Weil er nicht verlernt hatte, mit Tieren zu sprechen.<\/p>\n<p>Sie auch stumm zu h\u00f6ren. Marius redete und redete auf Celina ein, das er w\u00fcsste, dass sie kein b\u00f6ser Kampfhund sei. Sondern eben einfach nur ein Hund\u2026der beste Freund des Menschen\u2026und er erz\u00e4hlte ihr, dass er vielleicht noch klein sei, aber in dem Augenblick,als er ihr in die Augen geschaut hatte, sehr viel begriffen habe von der Welt und dass er nun versuchen wolle, erwachsen zu sein, um der verletzten H\u00fcndin zu helfen.<br \/>\nCelina h\u00f6rte aufmerksam zu und wedelte weiter mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, verstehend mit ihrer pechschwarzen Rute. In nur wenigen Minuten waren Marius und Celina beste Freunde.<\/p>\n<p>Marius sp\u00fcrte, wie sehr er diese H\u00fcndin brauchte. Und die H\u00fcndin sp\u00fcrte, wie sehr sie dieses Kind brauchte. Liebe! Entstanden in einem z\u00e4rtlichen Augenblick des Erkennens und Verstehens. Ohne wenn und aber. Einfach Liebe, sofort. Wie sie eben nur Kinder geben und empfangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und Tiere! Marius eilte davon. Seine Mutter war noch zur Arbeit, er wollte aber nicht mehr warten und fuhr \u2013ahnend, dass es ein Fehler sein k\u00f6nnte- zu seinem Onkel.<br \/>\nDer Junge erz\u00e4hlte die verworrene Geschichte vom verletzten Kampfhund unter der Br\u00fccke, der kein Kampfhund sei und schlie\u00dflich folgte ihm der erwachsene Mann, der gerade begonnen hatte, seinen wohlverdienten Feierabend mit einem Bier zu begr\u00fc\u00dfen.<br \/>\nSo kam Marius mit seinem sehr skeptischen Onkel zur\u00fcck zur H\u00fcndin Celina. Celina sp\u00fcrte sofort das Misstrauen und die Angst des erwachsenen Mannes\u2026 Celina roch das Bier und extrem verunsichert stand sie geschw\u00e4cht auf.<\/p>\n<p>Bereit, sich sofort zur\u00fcck zu ziehen. Sie konnte sich kaum auf den Beinen halten, aber dieser Mann, und dieser Geruch, machten ihr Angst. Marius` Onkel hatte ebenfalls Angst und nahm einen gro\u00dfen Ast zur Verst\u00e4rkung und schlug damit vor sich her in Richtung der verletzten H\u00fcndin, um diese zu beeindrucken und zu verjagen. Dabei schrie er wilde Beschimpfungen dem Hund zu und hielt mit einer Hand seinen Neffen zur\u00fcck, der sich schluchzend zu befreien versuchte und doch nur der H\u00fcndin helfen wollte.<\/p>\n<p>Celina rannte in Panik davon. Noch viele Kilometer h\u00f6rte sie das verzweifelte Schreien voller verst\u00e4ndnisvoller Liebe des Jungen und in all ihrer Panik wurde ihr doch das Herz sehr schwer, dass es ihnen nicht verg\u00f6nnt war, gemeinsam nach einem Weg zu suchen. Celina verschwand aus dem Leben von Marius, und Marius verschwand aus dem Leben von Celina.<\/p>\n<p>Doch auch wenn dieses gemeinsame Leben nicht einmal einen halben Tag andauerte, so wussten beide, dass sie an diesem Tag unendlich viel gelernt hatten.<\/p>\n<p>Mehr, als manche Menschen in ihrem ganzen Leben lernen. Sehen, verstehen, zuh\u00f6ren. Vorurteilsfrei aufeinander zugehen. Signale des anderen wahrnehmen. Respekt vor dem anderen Lebewesen. Vertrauen. Instinkt.<\/p>\n<p>Dann begleiteten die panische H\u00fcndin bald schon entsetzte Blicke und Angstschreie von Menschen, denen sie begegnete. Andere Hunde bellten w\u00fctend, Sirenen-Geheul und immer mehr Panik begleiteten ihren wahnsinnigen Run\u2026 \u2026bis sie schliesslich ersch\u00f6pft zusammen brach&#8230;<\/p>\n<p>Der Polizei-Beamte brachte die H\u00fcndin ins Tierheim der n\u00e4chsten Stadt.Dort wurde Celina versorgt und dann in ein Auffang-Lager f\u00fcr solche Hunde-Rassen gebracht.<br \/>\nIn einer grossen Stadt, mit einem grossen Hafen\u2026<\/p>\n<p><strong>9. Kapitel, Lebens-Station Nr.9 &#8211; Mai 2001-Juni 2003<\/strong><br \/>\nCelina in Haft<br \/>\nOhne Sonne erlischt jegliches Leben<br \/>\nWelcher Engel Celina bewachte, dass sie dort in diesen Hallen nicht sofort eingeschl\u00e4fert wurde und ob das wirklich ein Engel war, das mag man als Mensch, der Hunde liebt, nicht zu beurteilen.<\/p>\n<p>In diesem Auffang-Lager f\u00fcr Kampfhunde sa\u00df Celina 2 Jahre in einem 1,5 m\u00b2 kleinem Draht-K\u00e4fig, der nicht mal mehr der Bezeichnung Zwinger standhielt.<\/p>\n<p>Ohne Sonnenlicht, ohne Besch\u00e4ftigung, ohne Zuwendung\u2026\u2026aber immer mit viel L\u00e4rm und auch Gestank von den anderen Hunden. Celina war gezwungen, in ihren Zwinger zu machen, alle paar Tage wurde dieser mal ges\u00e4ubert.<\/p>\n<p>Bei diesen S\u00e4uberungen wurden die K\u00e4fige mit einem kalten und harten Wasserstrahl ausgespritzt. Die Hunde hatten keine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit, keine Chance diesem Strahl auszuweichen. Manche Hunde sprangen in wilder Panik hin und her, wenn Menschen mit dem Schlauch in der Hand sich den \u201eZwingern\u201c n\u00e4herten.<\/p>\n<p>Anfangs sprang auch Celina auf, wenn diese M\u00e4nner kamen. Voller Hoffnung sah sie ihnen entgegen. Doch schon bald merkte sie, dass nur kalter Hass oder Gleichg\u00fcltigkeit zur\u00fcckkam und so blieb sie einfach still liegen.<\/p>\n<p>Ruhig abwartend. Der anfangs so hoffnungsvolle Blick immer stumpfer werdend. Und doch t\u00e4glich ums \u00dcberleben bettelnd! Manche Hunde schlossen ihre Augen f\u00fcr immer und erst viele Stunden sp\u00e4ter, manchmal auch erst Tage sp\u00e4ter, bekam das jemand mit.<\/p>\n<p>In diesen Hallen herrschten das Wimmern, der Geruch und die Angst von hunderten Hunden. Der Angst vor dem sinnlosen Tod. Von \u201esolchen Hunden\u201c! Solchen Hunden! Hunden wie Celli, einst sehr geliebt und geachtet. Nun missachtet. Einst gebraucht. Nun missbraucht.<\/p>\n<p>Celina sass die langen zwei Jahre dort zusammen gekauert in einer Ecke auf nacktem, kaltem Beton.So eng in sich zusammen gerollt, dass die anderen vor Verzweiflung und Angst schier wahnsinnigen Hunde sie auch nicht durch das angrenzende Gitter ihres K\u00e4figs packen konnten. Ab und an kamen Menschen, die freundlich schauten und 2-3 Hunde mitnahmen, manchmal kamen auch Menschen, die nach Tod rochen und ebenfalls 2-3 Hunde mitnahmen.<\/p>\n<p>Manchmal kamen 2-3 neue Hunde und da die jung waren, gingen dann 2-3 alte Hunde weg\u2026 Wohin gingen sie nur? Warum ? Wie viele Hunde hat man in diesen Hallen zerst\u00f6rt? Wie viele Kinder haben um diese Hunde, die ihre Freunde waren, geweint? Im Juni 2003 kamen junge Menschen aus einer nieders\u00e4chsischen Tierschutz-Organisation.<\/p>\n<p>In Niedersachsen hatte sich die Situation der sogenannten Kampfhunde etwas entsch\u00e4rft und die Menschen begannen dort zu begreifen, dass ein Staffordshire noch immer genau so ein toller Hund sein konnte wie noch vor dem Jahrhundertwechsel. Die Tierfreunde kamen, um f\u00fcnf solcher Hunde mit aus diesen Hallen in ihr Tierheim zu nehmen. F\u00fcnf, f\u00fcr mehr bot ihr kleines Tierheim keinen Platz.<\/p>\n<p>Die Tiersch\u00fctzer hatten schon viel gesehen und erlebt, doch dieses Auffang-Lager trieb ihnen Tr\u00e4nen des ohnm\u00e4chtigen Zorns, hilfloser Wut und ohnm\u00e4chtiger Trauer in die Augen. Sie blieben an Celinas K\u00e4fig stehen.<\/p>\n<p>Sie sahen den schwarzen Hund, der mit Narben \u00fcbers\u00e4t, \u00e4ngstlich in der Ecke kauerte. Sie sahen in die dunklen Hundeaugen, die trotzdem dem Blick des Menschen standhielten &#8211; und sie sahen:Hoffnung!<\/p>\n<p>Und sie nahmen Celina mit in ihr Tierheim.<\/p>\n<p><strong>10. Kapitel, Lebens-Station Nr.10 &#8211; Juni 2003 bis Oktober 2003<\/strong><br \/>\nCelina im Tierheim<br \/>\nVielleicht geht morgen die Sonne wieder auf<br \/>\nIn diesem Tierheim bekam Celina einen Zwinger mit Innen- und Au\u00dfenbereich.Zum ersten Mal seit 2 Jahren konnte Celli wieder die Nase an die Gitterst\u00e4be dr\u00fccken und den Wind sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Sie konnte das Gras riechen, Schmetterlinge beobachten, sehen wie die Sonne aufgeht und sp\u00fcren wie das staubige, stumpfe Fell vom Regen weich gesp\u00fclt wird. Wie die prasselnden Regentropfen ihre Narben massierten\u2026Celina konnte erstmals wieder beim Atmen Luft holen!<\/p>\n<p>Celina stand viele Tage im Au\u00dfenbereich ihres Zwingers und schien die lebendige Welt in sich einzusaugen.Sie nahm keinerlei Kontakt auf, weder zu Mensch noch zu Tier, weder freundlich noch b\u00f6se, aber Celina stand da an ihrer Zwingert\u00fcr, die Nase im Wind, die traurigen Augen weit in die Ferne gerichtet\u2026und erf\u00fcllte ihren K\u00f6rper nach und nach wieder mit Leben und Lebendigkeit.<\/p>\n<p>Sie fra\u00df und trank. Es schien so, als h\u00e4tte sie abends Angst, dass am n\u00e4chsten Morgen die Sonne nicht mehr aufgehen w\u00fcrde. Oft weinte sie wie ein Wolf die untergehende Sonne an. Im Tierheim taufte man die schwarze H\u00fcndin auf den Namen Angel.<br \/>\nEin Mitarbeiter, Steffen, stand oft an ihrem Zwinger und erz\u00e4hlte von seinem Tag und begann auch bald, mit Angel spazieren zu gehen. Nach ein paar Wochen nahm Celina freudig zur Kenntnis, wenn Steffen bei ihr stehen blieb und mit ihr redete oder gar das Halsband f\u00fcr einen gemeinsamen Spaziergang umlegte. Zwiegespr\u00e4che zwischen Mensch und Hund. Celli gab den Weg zu ihrer Hundeseele frei.<\/p>\n<p>Angel-Celina lebte f\u00fcr Steffen.Sie trauerte nicht ihrem alten Leben hinterher, als Hund verschwendete sie keinen Gedanken an die gute alte Zeit. Sobald sie Steffen sah, sp\u00fcrte oder roch, wurde ihre undurchdringliche Miene wieder ganz weich, die inzwischen angegraute Schnauze zog sich zu einem breiten Grinsen und die Rute drehte sich wieder so temperamentvoll im Kreis, dass der Hintern mitwackelte.<\/p>\n<p>Das schwarze Fell bekam trotz der vielen Narben wieder einen seidigen Schimmer und Celina wurde durch die t\u00e4gliche Bewegung und Zuwendung beinahe wieder der sch\u00f6ne vor Kraft-strotzende Hund, der vor etwas mehr als 7 Jahren in diese Welt geboren und mit offenen Armen empfangen worden war. Und Steffen fand immer ein paar Minuten Extra-Zeit um Angel zu streicheln oder einfach nur mit ihr zu sprechen.<\/p>\n<p>Er holte bald ein anderes Staff-M\u00e4dchen mit in den Zwinger der schwarzen, sanften Angel. Die helle Kimba und Angel freundeten sich an. Steffen tr\u00e4umte von einer gemeinsamen Vermittlung der beiden so sanften Hundefreunde.<\/p>\n<p>Denn Kimba war jung und ungezwungen, verbotenerweise als Staffordshire im Jahre 2002 geboren, sa\u00df sie seitdem im Tierheim und suchte eine Lebensaufgabe. Celina, jetzt ja Angel, hatte noch immer soviel Liebe in sich.<\/p>\n<p>Und die teilte sie nun auf f\u00fcr ihre Hundefreundin Kimba und den Menschen Steffen. Vor anderen Menschen, besonders vor anderen M\u00e4nnern, hatte Celina sehr gro\u00dfe Angst. Sie kniff die Rute ein, legte die Ohren an und kauerte sich knurrend und zitternd zusammen.<\/p>\n<p>Drehte der Bedrohung Mensch den R\u00fccken zu. Sie h\u00e4tte niemals einen Menschen gebissen, doch das wusste ja keiner. Manchmal schaute sie sehns\u00fcchtig Kindern hinterher, die zu Besuch im Tierheim waren -und darum beschloss man, diese Blicke v\u00f6llig falsch deutend, Angel keinesfalls an eine Familie mit Kindern zu vermitteln.<\/p>\n<p>Kimba fand dann doch Menschen, die sie lieben wollten. Ohne Angel. Man machte sich im Tierheim die Entscheidung nicht leicht, doch die helle H\u00fcndin Kimba hatte diese Chance verdient und so trennte man, was man miteinander verbunden hatte. Und gerade als Angel-Celina dem Leben wieder etwas Leichtigkeit zusprechen wollte, verschwand wieder ein vertrauter St\u00fctzpunkt einfach so aus ihrem Leben.<\/p>\n<p>Kimba war weg! Ihre N\u00e4he, ihr Geruch\u2026einfach weg. Und kehrte nie zur\u00fcck, so sehr die schwarze H\u00fcndin auch die Nase in den Wind hielt. Von diesem Moment an akzeptierte Angel-Celina keinen anderen Hund mehr in ihrer N\u00e4he. Wahrscheinlich war das ihre Art, die Traurigkeit ihres Lebens und den Verlust der Hundefreundin auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>In der Woche darauf hatte Steffen auf dem Weg ins Tierheim einen Unfall und kam ins Krankenhaus. Diesen Tag und auch die Tage danach, wartete Angel-Celina vergeblich auf diesen Menschen. Sie stand da, die Nase an die Zwingergitter gepresst und versuchte, die N\u00e4he von Steffen zu erschnuppern. Sie stand da und dachte, wenn sie nur lang genug ihre Nase in den Wind dr\u00fccken w\u00fcrde, w\u00fcrde dieser auch den vertrauten Geruch von Steffen zu ihr r\u00fcberwehen.<\/p>\n<p>Sie strengte die Ohren an und hoffte doch so sehr seine Stimme zu h\u00f6ren. Doch sie h\u00f6rte sie nie wieder. Mit jedem Tag des Wartens mehr schien die einst so wundersch\u00f6ne H\u00fcndin auch immer mehr in sich zusammen zu fallen, kleiner und d\u00fcnner zu werden.<br \/>\nEin schwarzer Engel ohne Fl\u00fcgel. Verloren in dieser Welt. Und doch noch in dieser Welt. Nach einer Zeit vergeblichen Wartens resignierte die vom Leben so entt\u00e4uschte H\u00fcndin und legte sich apathisch in eine Ecke ihres Zwingers.<\/p>\n<p>Bereit zu sterben, auf den Tod wartend. Auf was sollte sie auch sonst noch warten? Nur noch selten dr\u00fcckte sie die Nase in den Wind \u2026. Es spielte f\u00fcr die schwarze H\u00fcndin keine Rolle mehr, ob die Sonne auf- oder unterging.<\/p>\n<p>Man h\u00f6rte sie nie wieder den Sonnen-Untergang mit ihrer Stimme begleiten. Die \u00f6rtliche Presse berichtete in einem grossen Artikel von \u201eAngel &#8211; dem schwarzen Engel ohne Fl\u00fcgel\u201c<br \/>\nDiesen Artikel las Pferdewirtin Maren Maurer, inzwischen 23 Jahre \u2026 Maren wohnte weit von ihrem damaligen Zuhause und auch ihrer Lehrstelle entfernt. Und sie wollte einfach nicht wahr haben, dass so weit von ihrem ehemaligen Zuhause und so nah dran an ihrer jetzigen Heimat eine H\u00fcndin, entt\u00e4uscht vom Leben und mit Narben gekennzeichnet, vor sich hinvegetierte, die sie so stark an ihre Celina erinnerte.<\/p>\n<p>Celina. Der Hund, der ihr viele Monate lang so eine wichtige Lebensst\u00fctze gewesen war, den sie dann aber doch aus ihren Gedanken verdr\u00e4ngt hatte.<br \/>\nUnd doch\u2026 \u2026dieses Bild in der Zeitung, diese Augen\u2026 Maren haderte noch eine Woche, dann fuhr sie ins Tierheim.<\/p>\n<p><strong>11. Kapitel, letzte Lebens-Station &#8211; 1. November 2003<\/strong><br \/>\nEin letztes Mal Celina und Maren<br \/>\nWenn die Sonne f\u00fcr immer untergeht&#8230;<br \/>\nMaren stand am Zwinger der geschundenen Angel und wusste doch sofort, dass dort ihre Celina sa\u00df\u2026abgemagert, entkr\u00e4ftet, entt\u00e4uscht von der Welt und trotzdem nie b\u00f6se.<\/p>\n<p>Maren wusste, dass sich dort ein Hund aufgegeben hatte, der zwar ein Staffordshire-Terrier war, aber nie ein Kampfhund. Maren wusste nicht, welche Schicksalswege Celina gegangen war, aber sie sah der H\u00fcndin an, dass es nicht einfach gewesen war. Dass es sogar mehr als schrecklich und hart gewesen war.<\/p>\n<p>Maren liefen die Tr\u00e4nen in Sturzb\u00e4chen \u00fcbers Gesicht\u2026Sie hasste sich f\u00fcr ihre jugendliche Unbeschwertheit, mit der sie damals das Schicksal ihrer Traum-H\u00fcndin einfach aus den Augen verloren hatte. Sie hasste sich daf\u00fcr, nie den Mund aufgemacht zu haben, als andere Besitzer von Stafford-Shire-Terriern f\u00fcr ihre Hunde k\u00e4mpften und Hilfe erhofften.<\/p>\n<p>Sie hasste sich daf\u00fcr, noch diese Woche gez\u00f6gert zu haben, bis sie endlich den Mut aufgebracht hatte, ins Tierheim zu fahren. Das alles erz\u00e4hlte Maren mit leiser Stimme der H\u00fcndin. Ihrer H\u00fcndin. Celina, der schwarze Engel ohne Fl\u00fcgel, der stets alles im Leben richtig gemacht hatte.<\/p>\n<p>Und Celina schaute auf und wedelte als Zeichen des Erkennens und Verstehens leise und kaum sichtbar mit der Rutenspitze. Die H\u00fcndin Celina sp\u00fcrte zwar einen kleinen Funken Gl\u00fcck in sich, aber viel gr\u00f6sser war die Angst. Und mit dieser kalten Faust der Angst, die ihr Herz endg\u00fcltig umgriff, bevor der warme Funken der Liebe dort ankommen konnte, schloss die H\u00fcndin Celina ihre Augen. F\u00fcr immer.<\/p>\n<p>Celina sp\u00fcrte die Streicheleinheiten, die Tr\u00e4nen und die verzweifelte Liebe von Maren nicht mehr. Celina wusste nicht, dass sich der kranke Steffen um sie sorgte.<br \/>\nCelina ahnte nicht, wieviele Menschen in diesem Moment stumm um sie weinten. Celina starb allein.<\/p>\n<p>Celina war ein schwarzer Staffordshire-Terrier.<br \/>\nHinterm Regenbogen aber wird sie mit allen Menschen und Hunden spielen, die genauso unschuldig Opfer wurden wie sie, die schwarze Staffordshire-H\u00fcndin Celina. Und sie versprach Gott in ihren letzten Atemz\u00fcgen, allen Kindern dieser Welt ein guter Schutzengel zu sein.<\/p>\n<p>Denn die Kinder von heute sind die Erwachsenen von Morgen, die wieder bereit sein werden, den Tieren und der Natur zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Celina &#8211; ein Engel ohne Fl\u00fcgel.<br \/>\nEin Hund &#8211; der beste Freund des Menschen !<br \/>\n\u00a9 Tanja Leuschner &#8211; <a class=\"ext\" href=\"http:\/\/www.acusihund.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">www.acusihund.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkung der Autorin Tanja Leuschner: &#8222;Die Geschichte von Celina, all die Geschehnisse, Personen, Namen und Orte sind fiktiv!!!! Von mir so ausgedacht und aber doch wahrscheinlich irgendwo irgendwann genauso geschehen! Ich w\u00fcrde mich sehr freuen, wenn &#8222;Celina&#8220; zum Nachdenken anregt und mit meinem Copyright weiter ver\u00f6ffentlicht wird!&#8220; \u00a9 Tanja Leuschner &#8211; <a href=\"http:\/\/www.acusihund.de\" class=\"autohyperlink\" target=\"_blank\">www.acusihund.de<\/a> Celina &#8211; schwarzer &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2231,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[44],"tags":[],"class_list":["post-519","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","","category-blog"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=519"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/519\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.einhornev.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}