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Hund und Silvester …

Ebowalker / Pixabay

Aus aktuellem Anlass, wenn auch leider zu spät für diesen Jahreswechsel, möchte ich eine Abhandlung zum Thema HUND UND SYLVESTER loslassen.
Ich habe hierzu in Hundeforen, auf der Hundewiese usw. so viele Fragen und unterschiedliche (auch falsche) Antworten gehört und gelesen, daß DER HUNDEKREIS hier allen Rat Suchenden eine umfassende Erklärung geben möchte.
Ich fange ganz am Anfang an, vom Mutigen Typ bis hin zum Paniker. Wer hier keine Antwort findet, darf sich über EINHORN gerne direkt an mich wenden.

HUND UND SYLVESTER

Der Welpe hat noch keine Angst vor dem Knallen, weil er sich noch in einer Entwicklungsphase befindet, die ihn Neuem gegenüber zwar skeptisch, aber dennoch aufgeschlossen sein lässt. Er mag sich zwar vor einem Knall erschrecken, wird aber nicht mit der panischen Angst reagieren, die so Viele an ihren Hunden beobachten müssen.
Diese Phase ist aber irgendwann (je nach Typ zwischen dem 6-12 Monat) abgeschlossen. Hat der Welpe bis dahin keine Erfahrungen mit Knallern gemacht, wird er später Angst davor haben.
Nun darf man aber nicht dem Irrtum unterliegen, dass der Hund schussfest bleibt, weil er z.B. gerade 8 Monate war, als Sylvester war, und er hatte da keine Angst. Wenn der junge Hund dann ein Jahr lang kein Knallen hört, könnte er dennoch dann Angst bekommen.
Man darf auch nicht den Fehler machen, den Hund mit hinaus zu nehmen, weil er ja keine Angst hat. Eine einzige schlechte Erfahrung (und dafür reicht auch ein gewaltiger Schreck – es muß nicht einmal etwas passieren) reicht aus, dass der Hund sich fürs Leben merkt – knallen ist schlecht.
Derjenige, der einen Hund hat, der keine Angst zeigt, solle sich daran erfreuen, dass er diese Tage gut übersteht, ihn aber dennoch schonen, damit das so bleibt.

In der Lernphase und auch später sollte man nie den Fehler begehen, den Hund zu trösten, wenn er sich erschrickt. Trösten heißt loben. Lob bestätigt den Hund in seiner Haltung. Natürlich kann man seinem Hund gut zusprechen; mit ruhiger, tiefer Stimme, die Zuversicht ausstrahlt. Im Großen und Ganzen aber demonstriert man dem Hund am Besten, dass Nix ist, indem man sich so benimmt, als wenn Nix wär.
Der Hund liest IMMER in seinem Besitzer, wie die aktuelle Lage einzuschätzen ist und passt sein Verhalten entsprechend an !! Das gilt auch für andere Bereiche, aber das ist jetzt nicht das Thema…

Wer nun einen Hund hat, der schon richtig Angst hat, nicht nur Nervosität zeigt, einen Hund, der schon stark abhechelt, evtl. aus der Nase trieft, dessen Herz stark pocht, der sich verkriecht, der sollte mit seinem Tierarzt besprechen, welche leichten Beruhigungsmittel in Frage kommen (Herzleiden usw. beachten!). Damit meine ich Mittel, die dafür sorgen, dass der z.B. .Blutdruck niedriger bleibt. Es sollten einfach nur Maßnahmen sein, die dem Hund körperlich hilfreich sind, nicht aber auf die Psyche wirken oder zum Schlaf führen.
Auch dieser Hund ist am Besten beraten, wenn man ihm nicht in seine Verstecke hinterher krabbelt, um ihn zu streicheln etc., er wird sich den Platz suchen, wo er sich am Sichersten fühlt. Man sollte ihn ausnahmsweise hinlassen, wohin er will. Es gibt Hunde, die kriechen unters Bett, andere fühlen sich plötzlich am wohlsten in der Duschkabine, oder im Kleiderschrank…

Wer nun einen Hund hat (wie ich), der so panisch reagiert, dass er durchdreht. Kratzt, hechelt, schon leise vor sich hin weint, Teppiche zerlegt oder sonst welche deutlichen Zeichen einer Störung zeigen, der sollte seinem Tier den Gefallen tun und es über Sylvester schlafen schicken. Wichtig ist, hierbei Folgendes unbedingt zu beachten:

Erst einmal vorweg: . VALIUM ist SCHLECHT ! Andere Schlafmittel, die für Menschen gemacht sind, sind schlecht ! Es gibt tatsächlich Tierärzte,-trainer,-experten…,die sagen, man könne dem Hund bedenkenlos eine Valium geben. Das ist auch nicht immer unzutreffend. Wenn der Hund in die mittlere Kategorie gehört, kann man, statt leichter Beruhigungsmittel Valium geben. Dem panischen Hund aber ist damit NICHT geholfen.

Seine Angstzustände, die damit ausgeschütteten Hormone sorgen dafür, dass er nicht einschläft. Er wird schlapp und matt, doch seine Wahrnehmung funktioniert noch. Er hört nicht nur weiterhin die Böller, sondern er registriert auch seinen Zustand. Er kann seinem natürlichen Fluchtverhalten nicht nachkommen und ist nur noch verwirrter und ängstlicher. Auch wenn WIR ihm das dann gar nicht mehr ansehen müssen…

Deshalb: Wer sich entschließ, den Hund schlafen zu legen besorgt sich eine Pille vom Tierarzt, je nach Kondition des Hundes, die die Hunde vor dem Fliegen bekommen..
Der Hund schläft davon nicht einfach ein, sondern er ist sediert. Seine Wahrnehmung lässt nach, sein Atem wird ruhig, die Augen rollen weg, der Körper wird schlaff und schwer.
Man sollte die Pille verabreichen, lange bevor die Knallerei losgeht. Und wichtig ist es, dem Hund nicht nach und nach mehr zu geben, sich an den Zustand heranzutasten, sondern gleich eine volle Dosis zu verabreichen, die unbedingt mit dem Tierarzt besprochen werden sollte.
Es ist wichtig, dass der Hund gleich richtig einschläft und „weg“ ist, damit er nicht in den Zustand gerät, den ich eben im Zusammenhang mit Valium beschrieben habe. Wenn die ersten Kracher losgehen, sollte er bereits unbekümmert eingeschlafen sein.

Wer sich zu diesem Schritt entschließt, muß darauf vorbereitet sein, dass der Hund bis zu 30 Stunden nur schlapp sein kann. Das ist sehr beunruhigend, aber nicht so dramatisch, wie es scheint. Der Hund mag sich nicht bewegen, hängt durch, wie ein nasser Sacke, bekommt die Augen kaum auf.
Wenn Sylvester gelaufen ist, sollte man ihn hinaustragen an die frische Luft (Sauerstoff bringt den Organismus in Gang), ihn absetzen, ein bisschen rubbeln, an eine Pinkelstelle geleiten und, wenn nötig danach wieder reintragen. Am Besten aber stützt man ihn und lässt ihn selber gehe, dann wir der auch wieder wacher. Wenn er nicht mag, einfach weiter schlafen lassen.

Wer diesen Schritt geht, sollte seinen Hund auch ab und zu zum Trinken animieren. 2-3 Tage vorher schon möglichst feucht füttern, denn er trinkt evtl. bis zu 20 Stunden nicht, dem muß man ein wenig entgegenwirken. Wenn der Hund nämlich „austrocknet“, kommt der Organismus auch schlecht in Gang.

Und man muß darauf gefasst sein, dass der Hund sich im Schlaf löst. Also am Besten eine blaue Plastiktüte unters Körbchen-und nicht böse sein !




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Über Jacqueline Wiesenberg

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Mein Name ist Jacqueline Wiesenberg. Ich bin eigentlich eine freischaffende Illustratorin (Sie können auch professionelle Tierportraits bei mir bekommen!), die seit je her einen Narren an Hunden gefressen hat, ein Händchen dafür hat und bei ihnen hängen geblieben ist ... Ihr findet mich in der Hundeschule-Gruppe: http://www.einhornev.de/cms/gruppen/hundeschule/forum/

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